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Profilfotos (Facebook & Co.)

Bilde ich mir das ein oder …

… gibt es eine Welle von „Qualitätsprofilfotos“?

In meiner Wahrnehmung mehren sich auf den Online-, Kommunikations- und Selbstdarstellungsplattformen die qualitativ hochwertigen Profilfotos. Als ich jung war (ja, das ist schon etwas her), da war es verdächtig, wenn man online zu professionelle Fotos von sich hatte. Da blinkte bei den meisten Betrachtern der „Fakedetektor“ glühend rot. Man vermutete schlicht, dass dort das Webprofil mit dem Portrait eines Models gepimpt wurde, jedenfalls mit einem fremden (bestenfalls) Gesicht, das attraktiver sein sollte als das richtige.

Durch die immer weiter verbesserten Handykameras werden die Profilfotos in den verschiedenen Online-Communities inzwischen häufiger gewechselt, ohne dass man allzu übel aussieht. Aber am Ende bleiben es Handyfotos, gerne ist noch der zu kurze Arm auf dem Portrait zu sehen und Selfiesticks haben sich ja irgendwie doch nicht durchgesetzt. Wer etwas Wert auf eine neue Perspektive legt, versucht es noch mit dem Spiegel … endlich mal kein Eierkopf und die Schuhe gehen sogar mit auf’s Bild.

In den letzten Monaten aber sehe ich immer mehr, „normale Leute von nebenan“ mit Facebook-, Whatsapp- und selbst Twitter-Profilfotos, die offensichtlich Geld für einen Fotografen ausgegeben haben. Hat wirklich die Selfieflut ihren Höhepunkt überschritten? Mein Gefühl ist, dass die Masse der immer neuen Fotos vermehrt den Wunsch weckt nach etwas, das länger und lieber angesehen wird. Ich würde es mir durchaus wünschen.

Vielleicht sagt ja ein mit Zeit, Phantasie und persönlichem Einsatz geschaffenes Foto bisweilen auch mehr über den Menschen darauf aus, als das Apfel-Logo auf dem Handy im Spiegel die Frequenz der immer neuen Profilfotos?


„Zwölf gute Fotos in einem Jahr sind eine gute Ausbeute“
– Ansel Adams –

28. November 2016|

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